Vierzehn Jahre lang galten Christian Ulmen und Collien Fernandes als eines der bekanntesten Paare der deutschen Unterhaltungsbranche. Beruflich eingespielt, privat zurückhaltend und nach außen hin immer eine Einheit. Davon ist heute wenig übrig. Zwei Ehen, zwei Kinder, eine Scheidung, die seit März 2026 ein Fall für Gerichte und Ermittlungsbehörden ist. Und inzwischen auch die Politik beschäftigt.
Bevor Collien kam
Christian Ulmen, geboren am 22. September 1975, lernte seine erste Frau Huberta 1999 kennen. 2005 heirateten die beiden, ein Jahr später kam ihr Sohn zur Welt. Die Ehe hielt nicht und so wurde 2010 die Scheidung vollzogen. Huberta Ulmen betreibt heute eine Privatpraxis für Psychoanalyse und Psychotherapie in Potsdam. Über das Familienleben aus dieser Ehe ist kaum etwas bekannt, und das ist kein Zufall. Ulmen hielt es konsequent aus der Öffentlichkeit heraus.
Erst die Serie, dann die Beziehung
Bevor Collien Fernandes mit Ulmen vor der Kamera stand, war sie längst ein bekanntes Gesicht. Als Moderatorin bei VIVA gehörte sie zu den prägenden Gesichtern des deutschen Musikfernsehens in den 2000ern, genau wie etwa Detlef D! Soost, mit dem sie später auch gemeinsam in der Popstars-Jury saß.
Im August 2010 standen Ulmen und Fernandes dann erstmals gemeinsam für die Miniserie Snobs – Sie können auch ohne Dich vor der Kamera. Fernandes spielte darin Ulmens Ehefrau. Er soll sich dafür eingesetzt haben, dass sie die Rolle bekommt. Noch im selben Jahr machten sie ihre Beziehung öffentlich. Bei der „GQ Men of the Year”-Verleihung traten sie erstmals als Paar auf.
Am 22. Juni 2011 heirateten sie. Im April 2012 kam ihre Tochter zur Welt. Deren Namen haben beide bis heute nicht öffentlich gemacht. Fernandes hat in Interviews erklärt, dass sie seit Jahren von einem Stalker verfolgt wird und auch deshalb keine Bilder ihres Kindes veröffentlicht.
Wie „Jerks.” zur Pointe wurde
Von 2017 bis 2023 produzierten und spielten Ulmen und Fernandes gemeinsam die Serie Jerks., eine Impro-Comedy, in der Ulmen eine überzeichnete Version seiner selbst spielt. Feste Drehbücher gibt es nicht, die Szenen entstehen weitgehend improvisiert. Fernandes spielt darin Ulmens Ex-Ehefrau.
Die Serie wurde mehrfach ausgezeichnet und gilt als eines der erfolgreichsten deutschen Comedy-Formate der letzten Jahre. Ob in der Rollenverteilung damals schon etwas mitschwang von dem, was kommen sollte, lässt sich im Nachhinein nicht sagen. 2023 zog die Familie nach Mallorca.
Eine Trennung, zwei Sätze
Am 4. September 2025 verschickten beide eine gemeinsame Pressemitteilung. Sie hätten sich „bereits vor einiger Zeit” getrennt. Als Eltern würden sie weiterhin gemeinsam für ihre Tochter da sein. Das Statement unterschrieben sie mit ihren vollständigen Namen, Fernandes allerdings bereits ohne das „Ulmen”, das sie seit der Heirat im Nachnamen geführt hatte. Sie ist seitdem wieder Collien Monica Fernandes.
Nach der Trennung einigten sich beide auf ein Wechselmodell. Fernandes erzählte später, sie habe dadurch jede zweite Woche Zeit ohne Kind und somit Zeit, die sie unter anderem damit verbringt, eine alte Immobilie in Hamburg-Eimsbüttel zu sanieren. Im März 2026 wurde die Scheidung offiziell.
Was Fernandes öffentlich machte
Am 19. März 2026 veröffentlichte der Spiegel eine Titelgeschichte, die in Deutschland eine breite Debatte auslöste. Collien Fernandes erhebt darin schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann. Ausführlicher dokumentiert ist der Konflikt um Deepfakes zwischen Christian Ulmen und Collien Fernandes an anderer Stelle.
Im Kern geht es aber um Folgendes: Fernandes gibt an, Ulmen habe über Jahre Fake-Profile unter ihrem Namen in sozialen Netzwerken betrieben, darüber Kontakt zu Männern aufgenommen und pornografisches Material in ihrem Namen verschickt. Laut dem Bericht soll er ihr am Weihnachtstag 2024 gestanden haben, dahinter zu stecken, nachdem sie zuvor Anzeige gegen unbekannt erstattet hatte.
Fernandes selbst sprach gegenüber dem Spiegel davon, „virtuell vergewaltigt” worden zu sein. Ende 2025 erstattete sie in Spanien, wo das Paar zuletzt gemeinsam gelebt hatte, Anzeige gegen Ulmen, unter anderem wegen Identitätsdiebstahls und körperlicher Übergriffe. Zu dem Fragenkatalog des Spiegel äußerte sich Ulmen vorab nicht.
Ulmens Anwalt Christian Schertz wies nach der Veröffentlichung grundlegende Vorwürfe als falsch zurück. Sein Mandant habe zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Fernandes hergestellt oder verbreitet. Die Berichterstattung sei einseitig und in wesentlichen Punkten falsch.
Wo die Ermittlungen stehen – Stand April 2026
Die Lage ist ziemlich unübersichtlich, auch weil der Fall über zwei Länder verteilt ist. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe in Schleswig-Holstein hatte ein früheres Verfahren gegen Unbekannt bereits im Juni 2025 eingestellt, mit der Begründung, Fernandes sei trotz Aufforderung der Polizei keine relevanten Unterlagen zugekommen.
Nach Erscheinen des Spiegel-Berichts nahm dieselbe Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wieder auf. Ulmen wird nun als Verdächtiger geführt; ermittelt wird wegen des Verdachts der Nachstellung.
Das spanische Verfahren befindet sich in der Schwebe. Die Staatsanwaltschaft in Palma de Mallorca hat beim zuständigen Bezirksgericht beantragt, den Fall an deutsche Behörden abzugeben, weil die spanischen Gerichte für die angezeigten Sachverhalte nicht zuständig seien. Eine Entscheidung steht noch aus. Ulmens Anwälte hatten das Verfahren zunächst als ausgesetzt bezeichnet und mussten diese Einschätzung später korrigieren.
Was der Fall politisch ausgelöst hat
Wenige Wochen nach dem Spiegel-Bericht saß Fernandes bei Caren Miosga in der gleichnamigen Talkshow gemeinsam mit Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, dem Juristen Ronen Steinke und der Juristin Theresia Crone. Hubig kündigte in der Sendung an, einen Gesetzentwurf gegen digitale Gewalt in all ihren Formen vorzulegen.
Dass eine Justizministerin das im Sonntagabend-Talk ankündigt, mit einer Betroffenen neben sich, zeigt, wie sehr der Fall die Debatte verschoben hat. Christian Ulmen hat sein Privatleben immer konsequent aus der Öffentlichkeit herausgehalten. Der Fall zeigt, dass Privatsphäre und Verborgenes nicht zwangsläufig dasselbe sind.

